Die Schweizer Tibethilfe wurde Anfang 1961 von Emil Wiederkehr (gest. 1976) und zwei gleichgesinnten Freunden in Solothurn gegründet. Anstoss dazu gab das Flüchtlingsdrama nach dem Tibeteraufstand in Lhasa 1959. Publikationen wie Tibet ruft um Hilfe (1959) weckten bei vielen Menschen in der Schweiz den Wunsch, die Not Leidenden zu unterstützen. 1961 gab die Schweizer Tibethilfe zusammen mit der Deutschen Tibethilfe das Buch Die Leiden eines Volkes. Die Tragödie Tibets und der tibetischen Flüchtlinge (drei Auflagen) heraus. Die STH, damals noch ein Verein, erzielte durch solche Publikationen wie auch durch ihre Zeitschrift Tibet im Exil (1962-1977) eine Breitenwirkung: 1963 zählte die STH über 13'000 Gönnerinnen und Gönner. Dementsprechend konnte sie in den ersten 25 Jahren ihres Bestehens Jahr für Jahr rund eine Million Franken für die tibetischen Flüchtlinge bereitstellen. Hier lesen Sie dazu den Kommentar des Schweizer Tibetologen Peter Lindegger.
Schwerpunkte der Hilfe bildeten u.a. der Bau und Betrieb vieler Wohnheime in Dharamsala und Mussoorie (Nordindien) sowie mehr als 2'000 Stipendien für tibetische Schülerinnen und Schüler. Unterstützt wurden stets auch Gesundheitsprojekte wie Kliniken, Altersheime, die Ausbildung von Gesundheitshelfern sowie der Bau von Wasserversorgungen. Wichtige Partner bei der Realisierung von Projekten waren das Schweizerische Rote Kreuz und der Dienst für technische Zusammenarbeit (heute DEZA) des Bundes, anderseits auch verschiedene Departemente der tibetischen Exilregierung.
In der zweiten Phase ihrer Tätigkeit, ab 1975, wurde die STH in eine Stiftung umgewandelt. Diese verzichtete bewusst auf Breitenwirkung und stellte die Sammeltätigkeit 1976 ein. Seither sichern vor allem Schenkungen und Vermächtnisse die Finanzierung der Hilfe. Die Gelder wurden und werden aufgrund anerkannter Kriterien der Entwicklungszusammenarbeit eingesetzt (siehe Projekt-Grundsätze). Seit der Statutenänderung 1993 sind auch zahlreiche Vorhaben in Tibet realisiert worden. Hier finden Sie eine Auswahl der in den letzten zehn Jahren verwirklichten Projekte.
Sitz der Schweizer Tibethilfe war zunächst Solothurn, ab 1967 Luzern, und seit 1983 ist die STH in Bern domiziliert.
Das Archiv der STH befindet sich im Staatsarchiv Luzern.
Präsidenten der STH seit 1962